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Tagesausgabe

Ein gefährliches Spiel: Europas Fehlentscheidungen gegenüber China

Europäische Länder stehen erneut vor der Herausforderung, ihre Beziehungen zu China zu überdenken. Ein Experte warnt, dass wir aus der Vergangenheit nichts gelernt haben.

Anna Müller··1 Min. Lesezeit

Die meisten Menschen denken, dass eine enge Zusammenarbeit mit China Europa nur Vorteile bringen kann. Schließlich ist China eine aufstrebende Supermacht mit einer boomenden Wirtschaft. Doch genau hier liegt das Problem. Diese Sichtweise verkennt die Risiken und bringt uns in eine gefährliche Lage.

Es ist leicht zu glauben, dass Handelsbeziehungen und wirtschaftliche Kooperationen nur positive Effekte haben. Doch wir dürfen nicht vergessen, dass wir es hier mit einem Regime zu tun haben, das oft gegen westliche Werte verstößt. Es gibt zahlreiche Berichte über Menschenrechtsverletzungen und autoritäre Tendenzen in China. Europa soll sich an einem Tisch mit einem Land setzen, das ethische Grundsätze schlichtweg ignoriert? Das klingt nicht nur naiv, sondern auch leichtfertig.

Ein anderer Blickwinkel

Eine weitere Annahme ist, dass eine wirtschaftliche Abhängigkeit von China Europa stärken könnte. Aber die Realität ist, dass Abhängigkeit auch Schwäche bedeutet. Bei der Corona-Pandemie wurde deutlich, wie verletzlich europäische Länder sind. Der Mangel an medizinischen Ressourcen, die stark von China abhängig waren, stellte viele Länder vor große Herausforderungen. Wenn wir weiterhin auf China setzen, riskieren wir erneut, in eine ähnliche Situation zu geraten, in der wir von einem einzigen Partner abhängig sind.

Das konventionelle Denken – dass ein enger Austausch mit China nur einen Vorteil bringen kann – hat also seine Tücken. Experten warnen davor, dass diese Sichtweise die Realität verzerrt. Ja, wirtschaftliche Kooperationen können kurzfristig Gewinne bringen, aber die langfristigen Folgen sind oft nicht im Blick. Wir stellen uns damit gegen die Werte, die Europa immer verteidigt hat: Freiheit, Demokratie und Menschenrechte. Es ist an der Zeit, diese Lektionen aus unserer Vergangenheit zu lernen, bevor es zu spät ist.

Verpasst man diese Chance, wird die EU einmal mehr in eine Abhängigkeit von einem nicht vertrauenswürdigen Partner geraten. Es ist nicht nur eine Frage der Wirtschaft; es geht um das Prinzip, wie Europa sich selbst sieht und welchen Einfluss es in einer zunehmend multipolaren Welt haben will.